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Maskenstube

Im Schwarzwald-Baar-Kreis entstehen tausende Textil-Masken

Die einen brauchen Textil-Masken, die anderen können welche nähen. Und das DRK sorgt dafür, dass im Schwarzwald-Baar-Kreis alles gut ineinandergreift: Mitte März startete eine Aktion, bei der inzwischen über 3000 Textil-Masken entstanden sind, mithilfe von rund 160 freiwilligen Näherinnen und Nähern. Die gespendeten Masken werden dringend gebraucht, man verteilt sie beispielsweise an Arzt- und Physiotherapiepraxen, Feuerwehren und Menschen auf Ämtern, Pflege- und Dialyse-Teams, Lebenshilfe und eine Kita, außerdem an Ortsvereine und Teams des DRK. Auch die Off-Road-Kids Deutschland mit Hauptsitz in Bad Dürrheim konnten mit 200 Masken für obdachlose Jugendliche ausgestattet werden.

„Es ist sehr beeindruckend, mit welchem Engagement die Menschen das Projekt unterstützen – vor allem das Engagement der freiwilligen Näherinnen und Näher ist enorm!“, sagt Matthias Ziegler, Schulleiter am Lernstandort Villingen-Schwenningen der DRK-Landesschule Baden-Württemberg. Die Schule hat das Projekt gemeinsam mit den beiden DRK-Kreisverbänden Donaueschingen und Villingen-Schwenningen Anfang März gestartet. „Wir nähen, damit ihr helfen könnt – wir für dich, du für mich!“, war das Motto.

Die Macher vom DRK kümmern sich um die ganze Infrastruktur: Sie suchen nach Freiwilligen, die Masken nähen können, für sich selbst und die eigene Familie, aber gern auch noch für andere; sie stellen Stoffe und Bänder als Rohmaterial für Masken zur Verfügung; sie suchen außerdem Menschen, die Stoff und Material spenden können. Und sie bieten die Anleitung fürs Nähen, auch in Form eines Films. Dafür gibt es eine eigens geschaffene Online-Plattform.

Das Herz der Aktion schlägt in der DRK-Maskenstube, die in Räumen der Bildungseinrichtung der DRK-Landesschule in Villingen-Schwenningen angesiedelt wurde. Die Maskenstube ist an jedem Werktag von 9 bis 15 Uhr geöffnet. Dort können die Näherinnen und Näher das Material abholen und fertige Masken abliefern. Die Organisatoren vom DRK bieten zusätzlich Fahrdienste an: Auf Wunsch holen sie Materialspenden ab, bringen Material zum Nähen und holen fertige Textil-Masken ab. Außerdem kümmert sich das DRK um die Verteilung der fertigen Textil-Masken. Es gibt eine Hotline für das Projekt, die unter der Woche täglich besetzt ist, von Montag bis Freitag. Man erreicht sie unter 07721 898888.

Klar: Solche Textil-Masken sind kein Medizinprodukt und können ihre Träger nicht davor schützen, sich anzustecken. Sie gelten trotzdem als sinnvoll, weil sie als Spuckschutz funktionieren – der Träger schützt also primär seine Umgebung, das kommt am Ende wieder allen zugute.

Im Schwarzwald-Baar-Kreis hat sich die Aktion mittlerweile weit herumgesprochen und viele Unterstützer gefunden. Auch das Landratsamt und die Stadtverwaltung von Villingen-Schwenningen haben Textil-Masken bestellt, jeweils 1000 Stück. Parallel engagieren sich fünf bis zehn junge Leute, die bei der Stadt Villingen-Schwenningen derzeit ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) oder eine Ausbildung absolvieren: Sie kümmern sich ums Zuschneiden von Stoffen, um das hygienische Aufbereiten der Masken, das Verpacken und Ausliefern.

Auch die FSJ-ler und Auszubildenden der DRK-Kreisverbände Villingen-Schwenningen und Donaueschingen sind beteiligt. Die DRK-Ortsvereine in der Region tragen ebenfalls ihren Teil bei, indem sie bei sich am Ort den Bedarf ermitteln und später die fertigen Masken vor Ort verteilen. Insgesamt ist also das gesamte DRK der Region aktiv und arbeitet Hand in Hand.

13. Mai 2020 16:29 Uhr. Alter: 154 Tage