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04. Juli 2015 Deutsches Rotes Kreuz, Malteser Hilfsdienst üben mit Notärzten zusammen den Ernstfall

Das Szenario "Gasexplosion im Jugendzeltlager" war für über 100 Helfer Grundlage der Übung

Einsatzleitfahrzeug der Feuerwehr Schwarzwald-Baar-Kreis (oben), Schadenstelle mit Verletzten (unten). Foto: Martina Hauschel

Eine Gasexplosion in einem Jugendzeltlager diente am vergangenen Samstag als Übungsgrundlage für Hilfskräfte aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis. Geplant wurde diese Übung hauptsächlich von Landratsamt Schwarzwald-Baar und dem DRK Kreisverband Donaueschingen, sowie Villingen-Schwenningen. Diese Großübung war vor allem für die Organisatorischen Leiter im Rettungsdienst (OrgL), sowie Leitenden Notärzte gedacht. Daneben haben aber auch Rettungsassistenten ohne die Qualifikation OrgL und normale Notärzte teilgenommen. Organisatorische Leiter im Rettungsdienst sind für die Koordination von Einsätzen ab einer gewissen Anzahl an Verletzten oder einem besonderen Ereignis verantwortlich, wobei eine gute Organisation von Nöten ist, um das normale Rettungspersonal zu entlasten. Diese sind besonders geschult und werden im Schwarzwald-Baar-Kreis auf Anforderung alarmiert und rücken quasi von zu Hause aus an. Ein leitender Notarzt übernimmt in einem solchen Fall die gesamte Koordination medizinischer Belangen und leitet zusammen mit dem OrgL Rettungsdienst den Einsatz. Auch die leitenden Notärzte werden gesondert alarmiert. Bis zum Eintreffen von OrgL und LNA an der Schadenstelle übernimmt das Regelpersonal aus Rettungsassistent oder Notfallsanitäter und Notarzt die Koordination des Einsatzes.

Am Samstag wurde ein Szenario eingespielt, bei dem 30 Personen durch eine Gasexplosion in einem Jugendzeltlager verletzt wurden. Insgesamt 11 Teams, bestehend aus OrgL und Notarzt wurden nacheinander in das Schadensgebiet geschickt, um die Situation zu beurteilen, Verletzte zu sichten und nach Schweregrad der Verletzung einzuteilen. Wichtig hierbei ist Schnelligkeit, aber auch Genauigkeit, um eine schnelle und adäquate Hilfe zu organisieren. Während der Notarzt den Patienten medizinisch kurz untersucht und kategorisiert, hat der OrgL das zu dokumentieren. Nach der Sichtung wird das Ergebnis der Einsatzleitung mitgeteilt, welche daraufhin Rettungsfahrzeuge und weitere Hilfskräfte anfordert. Bei einem solchen Ausmaß an Verletzten kommt ein sogenannter Behandlungsplatz mit ins Spiel. Dieser wird im Schwarzwald-Baar-Kreis von der 2. Einsatzeinheit Behandlung, bestehend aus Helfern des DRK Donaueschingen, sowie Malteser Hilfsdienst Villingen gestellt. Es handelt sich um einen Behandlungsplatz 25, der per Definition 25 Verletzte pro Stunde aufnehmen und versorgen kann. Teil zwei der Übung war also die Organisation, die Verletzten aus dem Schadensgebiet zum Behandlungsplatz transportieren zu lassen. Die Verletzten wurden darin dann behandelt und geendet hat die Übung mit dem Abtransport der Verletzten in Kliniken. Die Einsatzleitung wird bei einer solchen Schadenslage vom Einsatzleitfahrzeug der Feuerwehr im Schwarzwald-Baar-Kreis übernommen. In diesem befinden sich Fachberater jeder Organisation, also vom Rettungsdienst, der Feuerwehr, der Polizei und auch ein leitender Notarzt. Im Behandlungsplatz ist ebenfalls ein leitender Notarzt für die Koordination der Patienten zuständig. Damit kein Patient verloren geht, werden diese bereits im Schadensgebiet mit Anhängeschildern markiert und später über die Einsatzabschnittsleitung am Behandlungsplatz bei Eintritt und Verlassen registriert. Bei sehr kritischen Patienten wird der Behandlungsplatz umgangen und direkt ein Transport in eine zuvor abgeklärte Klinik durchgeführt, was ebenfalls dokumentiert wird.

Die Übung war ein voller Erfolg und konnte mit positivem Feedback der Organisatoren beendet werden. Eine besondere Beachtung gilt den realistischen Unfalldarstellern aus dem Kreisverband Donaueschingen und Ortsverein Schwenningen. Nicht nur die täuschend echten Verletzungen, sondern auch das Schauspiel dazu, haben das Szenario sehr realitätsnah gemacht. Die Räumlichkeiten für Theorie und Praxis, als auch die Versorgung der Einsatzkräfte wurde von der Polizeifachhochschule in Schwenningen gestellt, was ebenfalls zu der sehr positiven Bilanz der Übung beigetragen hat. 

4. Juli 2015 12:25 Uhr. Alter: 4 Jahre